Eine Magenoperation ist immer Bestandteil der bariatrischen Chirurgie, um eine Adipositas zu behandeln. Dabei können verschiedene Arten der Magenoperation eingesetzt werden. Hier geben wir Dir eine Übersicht:

Magenoperation zur Gewichtsreduktion: Was für Varianten gibt es?

Gleich vorweg: Es gibt nicht die Magen-OP zur Gewichtsreduktion. Im Gegenteil, es wird eine bestimmte Magen-OP im Rahmen einer spezifischen bariatrischen Operation eingesetzt. Die häufigsten bariatrischen OPs sind das Magenband, der Schlauchmagen, der Magenbypass und die biliopankreatische Diversion. Bei allen diesen Adipositas-OPs kommt es zu einer Magenverkleinerung, die jedoch in ihrer Grösse und Entstehung variiert.
Beim Magenband wird kein Anteil des Magens entfernt, sondern ein aufblasbarer Plastikring um den oberen Anteil des Magens gelegt. Dadurch entsteht eine Art Vormagen, der nur sehr wenig Essen aufnehmen kann. Ist dieser Vormagen gefüllt, kommt es schnell zu einem Sättigungsgefühl.
Beim Schlauchmagen werden ca. 3/4 bis 4/5 des Magens dauerhaft entfernt. Der Magen ist nun schlauchförmig umgewandelt und kann nur noch um die 100 ml Füllungsvolumen aufnehmen.
Beim Magenbypass wird kurz unterhalb des Übergangs von Speiseröhre zu Magen der Magen durchtrennt. Dadurch entsteht ein sehr kleiner Vormagen, welcher nun ca. 50 ml Nahrung aufnehmen kann. An diesen Vormagen wird der Dünndarm genäht, so dass die Nahrung direkt in den Darm weitergeleitet wird. Der Restmagen verbleibt an Ort und Stelle und wird nicht entfernt.
Bei der biliopankreatischen Diversion wird nur sehr wenig vom Magen entfernt, sodass man hier nicht von einer tatsächlichen Magenverkleinerung sprechen kann. Die Hauptwirkung der biliopankreatischen Diversion entsteht dadurch, dass die aufgenommen Nahrung so im Darm geleitet wird, dass sie erst am Ende in Kontakt mit Verdauungsenzymen kommt. Dadurch können die Nährstoffe nicht vollständig gelöst und nur schwer durch die Darmwand aufgenommen werden.
Du siehst also, dass es ganz verschiedene Magenoperationen bei einer Adipositas-OP geben kann. Welches das beste Verfahren ist, kommt vor allem auf den Patienten an. Hier muss man genau untersuchen, welche Voroperationen es gegeben hat, welche Vorerkrankungen vorliegen und welche Wünsche der Patient hat. Danach richtet sich die Wahl des Verfahrens.
Je nach angewendeter bariatrischer OP variieren die Dauer des Eingriffs und auch die Dauer des Spitalaufenthaltes.
Am kürzesten wird man mit einem Magenband im Spital bleiben müssen. Auch geht die Implantation des Magenbandes recht schnell, sodass ein solcher Eingriff eine Stunde dauern sollte. Am längsten und aufwendigsten ist die biliopankreatische Diversion. Entsprechend länger muss man auch im Spital bleiben. Nach der Art des Eingriffs richtet sich auch die Zeit der Erholung nach einer Magenoperation. Ist man einmal aus dem Spital entlassen, dauert es in der Regel noch ein bis zwei Wochen, bis man wieder arbeiten kann. Auch diese Zeiten können aber variieren. Es hängt natürlich von der Art der bariatrischen Operation ab, aber auch davon, wie schnell sich der Patient an die neuen Verhältnisse gewöhnt und anpasst.

Risiken der Magenoperation

Die bei der Adipositas-Chirurgie eingesetzten Magen-OP-Methoden weisen jeweils unterschiedliche Risiken auf. Dabei gibt es Magen-OP-Risiken, die für alle chirurgischen Eingriff gleich sind: Blutungen, Wundheilungsstörungen und Infektionen können bei jedem Eingriff entstehen. Auch gibt es für jeden Eingriff in der Bauchhöhle das Risiko, umliegende Organe, Nerven oder Gefässe zu verletzen.
Die möglichen Komplikationen nach einer Magenoperation richten sich nach dem eingesetzten Verfahren. Während beim Magenballon eher die oben genannten allgemeinen Risiken einer Magen-OP im Vordergrund stehen, kann es beim Magenschlauch zu einer Undichtigkeit an der Stelle kommen, wo der Magen entfernt wurde. Beim Magenbypass gibt es zusätzlich das Risiko einer Undichtigkeit von „Magen-zu-Darm“- und „Darm-zu-Darm“-Verbindungen. Ebenso ist das bei der biliopankreatischen Diversion der Fall.

Ernährung nach einer Magenoperation

Auch die Ernährungsumstellungen fallen je nach Magen-OP unterschiedlich aus. Allen Magen-OPs ist gemein, dass man nur noch kleine Mahlzeiten zu sich nehmen kann. Die Grösse der Mahlzeit richtet sich dabei nach der Grösse des verbliebenen Magenvolumens. Beim Magenband kann die Grösse des Vormagens variiert werden, indem das Magenband unterschiedlich befüllt wird. Durch die verringerte Aufnahme von Kalorien kann die Adipositas effektiv bekämpft werden. Aber nicht nur die Menge der Kalorien wird durch eine Magenoperation verändert. Auch die Möglichkeit der Kalorienaufnahme wird beim Magenbypass und der biliopankreatischen Diversion reduziert. Eine allgemeingültige Magen-OP-Ernährung gibt es also nicht. Vielmehr richtet sich die Ernährung nach dem eingesetzten Verfahren. Entsprechend werden angepasste Ernährungspläne, zugeschnitten auf den jeweiligen Patienten bzw. die jeweilige Patientin, erstellt.
Zudem müssen bei bestimmten Magenoperationen lebenslang Vitamine der Nahrung zugeführt werden, da diese nur noch schlecht aufgenommen werden können. Dies trifft besonders für den Magenbypass und die biliopankreatische Diversion zu.
Auch können sich die Essgewohnheiten im langfristigen Verlauf nach einer Magenoperation verändern. Beim Schlauchmagen, aber auch bei manchen Patienten mit Magenbypass, kann es im Verlauf auch wieder zu einer Zunahme der Mahlzeitengrösse kommen. Diese Zunahme kann durch eine langsame, aber anhaltende Dehnung des Schlauchmagens oder des Vormagens beim Magenbypass entstehen. Im Zweifel kann durch eine erneute Operation der vergrösserte Magen wiederum verkleinert werden.

Patientenerfahrungen nach Magenoperation

Nach einer bariatrischen OP können die Erfahrungen, welche die Patienten machen, ganz unterschiedlich sein. Dies liegt zum einen an den angewandten Verfahren, zum anderen kommt jeder Patient unterschiedlich gut mit den Umstellungen der Ernährungsgewöhnungen zurecht. Es gibt auch Patienten, welche eine Komplikation durch die Operation erleiden. Entsprechend werden dort auch die Erfahrungen anders ausfallen, als beim Grossteil der Patienten mit unauffälligem postoperativen Verlauf.

Kosten einer Magenoperation

Sind die Voraussetzungen für eine bariatrische Chirurgie erfüllt, muss man die Magen-OP nicht selbst bezahlen. In der Regel werden die Kosten der Magen-OP dann durch die Krankenkasse erstattet. Die Voraussetzungen für eine bariatrische Chirurgie sind in der Schweiz das Vorliegen eines Body-Mass-Index von 35 kg/m² sowie der Nachweis von Abnehmbemühungen über 2 Jahre. Es kann auch eine bariatrische Operation bei einem BMI von 30 kg/m² durchgeführt werden, wenn zusätzlich eine Blutzuckererkrankung (Diabetes) vorliegt. Alle Patienten, welche eine bariatrische Chirurgie durchführen lassen möchten, müssen sich schriftlich zu einer lebenslangen bariatrischen Nachsorge verpflichten. Dies bedeutet die Bereitschaft zu jährlichen medizinischen Kontrollen.

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Solltest Du Dich mit dem Gedanken auseinandersetzen, eine bariatrische Operation durchführen zu lassen, so freuen wir uns, Dich für weitere Informationen in unserem Adipositaszentrum zu empfangen.

 

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