Magenband

In den letzten Jahren ist es nach einem wahren Boom um die Magenband-OP zunehmend ruhiger geworden. Warum das so ist und wie diese Operation durchgeführt wird, möchten wir Dir im Weiteren beschreiben.

Die Magenband-OP

Die Magenband-OP ist ein einfach durchzuführendes Verfahren und kann auch in bariatrisch weniger geübten Händen häufig zügig eingesetzt werden. Die Operation wird in Schlüssellochtechnik durchgeführt. Ziel der Operation ist es, den Magen in einen Vormagen und einen Restmagen zu unterteilen. Durch den kleinen Vormagen wird bereits bei Aufnahme geringer Nahrungsmengen ein Sättigungsgefühl erreicht. Dafür wird bei der Operation kurz unterhalb des Übergangs von Speiseröhre zum Magen, also im Bereich des oberen Magendrittels, ein Silikonring eingebracht. Dieser wird um den Magen gelegt und verschlossen. Von dem Silikonring ausgehend verbindet ein dünner Schlauch den Silikonring mit einer Kammer. Diese Kammer ist ca. 2×2 cm gross und wird unterhalb des Brustbeines in der Bauchdecke fixiert. Dort lässt sich die Kammer von aussen gut tasten und mittels einer Spritze mit Flüssigkeit befüllen. Diese Flüssigkeit wird durch den Schlauch an den am Magen liegenden Silikonring weitergeführt. Dadurch kann der Durchmesser des Silikonrings variiert werden.Der Magen-Darm-Trakt wird bei diesem Verfahren nicht verändert. Die Nahrungspassage führt weiterhin durch den Vormagen in den Restmagen und weiter in den Dünndarm.
Die Magenband-OP dauert in der Regel weniger als eine Stunde. Auch können die Patienten bereits nach einem Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Bereits am ersten Tag nach der Operation können die Patienten flüssige Nahrung zu sich nehmen.
Dennoch wird das Magenband in der Schweiz in der heutigen Zeit bei Patienten mit Übergewicht deutlich seltener eingesetzt.

Magenband-Nebenwirkungen

Die Magenband-Nebenwirkungen sind selten Komplikationen, die während der Operation auftreten. Zwar gibt es auch hier ein Risiko von Verletzungen umliegender Organe – insbesondere des Magens und der Speiseröhre. Dieses ist aber sehr gering. Probleme treten häufig erst viel später nach der Magenband-OP auf. Durch den kleinen Vormagen kann es zu Erbrechen und Schmerzen kommen, sollte man zu viel auf einmal gegessen haben. Durch ein regelhaftes Überessen kann es auch zu einem Ausdehnen der unteren Speiseröhre und des Vormagens kommen. Damit einher geht ein fehlendes Sättigungsgefühl und es kann zu einer erneuten Gewichtszunahme kommen.
Schwerwiegender sind Komplikationen, bei denen sich die Lage des Silikonrings ändert. Durch die Schluckbewegung der Speiseröhre und die Eigenbewegung des Magens (sog. Peristaltik) kann das Magenband verschoben werden. Dadurch kann es zu Schmerzen beim Schlucken kommen, aber auch zu zunehmendem Sodbrennen, da der Verschlussmuskel zwischen Speiseröhre und Magen nicht mehr richtig funktioniert. Das Band kann durch narbige Veränderungen auch in die Magenwand einwachsen und im Extremfall vollständig in das Mageninnere durchwandern. Dabei kann das Magenband den Magenausgang blockieren oder zu einem Darmverschluss führen, wenn das Band weiter in den Dünndarm transportiert wird. Auch können sich die Kammer und der Verbindungsschlauch infizieren, was eine operative Entfernung der Fremdkörper nötig machen kann. Häufig führen diese Komplikationen dazu, dass das Magenband nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden muss.

Was kostet eine Magenband-Operation?

Der Magenband-Preis liegt in der Schweiz bei ungefähr 2000 bis 3500 CHF. Die Magenband-Kosten werden in der Schweiz, bei Erfüllung der Voraussetzungen für einen bariatrischen Eingriff, von der Krankenkasse erstattet. Die Voraussetzungen sind dabei das Vorliegen eines Body-Mass-Index von 35 kg/m² oder mehr. Auch ab einem BMI von 30 kg/m² sind die Voraussetzungen erfüllt, wenn zusätzlich eine Adipositas-assoziierte Erkrankung (z. B. Blutzuckererkrankung) vorliegt. Zudem müssen adäquate Abnehmbemühungen über 2 Jahre nachgewiesen werden und die Patienten sich schriftlich zu einer lebenslangen bariatrischen Nachsorge verpflichten. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, müssen die Magenband-OP-Kosten in der Schweiz selbst getragen werden.

Ernährung nach Magenband-OP

Die Ernährung richtet sich vor allem nach der Grösse des entstandenen Vormagens. Insbesondere die Grösse der Mahlzeiten ist durch das Einsetzen des Magenbands stark verringert. Die Vormagengrösse lässt sich durch den aufblasbaren Ring variieren. Entsprechend ändert sich auch die Grösse der Mahlzeiten. Aufgrund des Fremdkörpers kann es zu einer beeinträchtigten Funktion des Verschlussmuskels zwischen Speiseröhre und Magen kommen. In der Folge ist auch ein vermehrtes Aufsteigen von Magensäure denkbar. Dieses Sodbrennen wird auch durch die Nahrung beeinflusst. Zum Beispiel führen Minze und Schokolade zu einem vermehrten Erschlaffen des Verschlussmuskels und können dadurch das Sodbrennen verstärken.
Andere Nahrungsmittel führen zu einer verstärkten Bildung von Magensäure. Solche Nahrungsmittel müssen vermieden werden und es ist auf ein magenschonendes Essen zu achten. Alle diese Symptome können nach Entfernung des Magenbandes in der Regel wieder komplett verschwinden.

Erfahrungen nach Magenband-Operation

Die Patientenerfahrungen nach Einsetzen eines Magenbandes sind sehr unterschiedlich. Viele negative Magenband-Erfahrungen entstehen häufig erst im längerfristigen Verlauf. Aber auch schon früh kann von Missempfindungen und Schmerzen durch den Fremdkörper berichtet werden. Durch die Möglichkeit der unterschiedlichen Befüllung können die Beschwerden nach Nahrungsaufnahme beeinflusst werden und sind daher auch sehr unterschiedlich. Erbrechen und Schmerzen sind allerdings die häufigsten Beschwerden nach einer Magenband-Operation.
Abhängig von den gesundheitlichen Problemen und von dem Gewichtsverlust verbleiben Magenbänder Jahre im Körper, bevor sie wieder entfernt werden. Studien zeigen, dass nach 7 bis 10 Jahren die Hälfte aller Patienten das Magenband aufgrund von Komplikationen oder schlechter Gewichtskontrolle wieder entfernen lassen.

Alternativen zur Magenband-Operation

Magenband-Alternativen gibt es viele. Häufig kann bei der Magen-OP zur Entfernung des Bandes in gleicher Narkose bereits eine alternative Magenoperation durchgeführt werden. Hier kann entweder ein Schlauchmagen angelegt oder eine Magenbypass-OP durchgeführt werden. Ein solcher Eingriff, bei der eine Magenverkleinerung durchgeführt wird, ist eine deutlich effizientere Methode, um eine dauerhafte Gewichtskontrolle zu erreichen. Ein Magenballon als wenig invasives Verfahren macht jedoch keinen Sinn, da es genau wie beim Magenband nur eine geringe und zeitlich sehr begrenzte Gewichtskontrolle verspricht.
Generell sind Schlauchmagen und Magenbypass zur langfristigen Gewichtsreduktion dem Magenband deutlich überlegen.

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Solltest Du Dich mit dem Gedanken auseinandersetzen, eine bariatrische Operation durchführen zu lassen, so freuen wir uns, Dich für weitere Informationen in unserem Adipositaszentrum zu empfangen.

 

3 Kommentare
  1. Merlyn Schulman
    Merlyn Schulman sagte:

    Mein Freund leidet nach Übergewicht und will an Spezialist für Magen- und Darmchirurgie wenden, um Magenband-OP zu machen. Ich weiß gar nichts darüber und dieser Artikel finde ich sehr hilfreich. Gut zu wissen, dass nach dieser OP man mit der Ernährung besonders aufmerksam sein muss. Wenn er diese OP machen wird, werde ich darauf achten.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Hallo , es gibt unterschiedliche Ballons , jedoch ist dieses Verfahren nicht für jeden Patienten geeignet. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf : adipositas-zuerich.ch

      Antworten

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