Im Netz finden sich täglich beeindruckende Erfolgsgeschichten von Adipositasbetroffenen, die es mithilfe einer Operation oder auch durch konservative Therapieangebote geschafft haben, ihr Körpergewicht deutlich zu reduzieren. Immer wieder verblüffen mich diese Ergebnisse und anhand der vielen «Likes» und Kommentare ist deutlich zu erkennen, dass es nicht nur mir so geht.

Jeder Betroffene, dem es gelingt, der lebensbedrohenden Krankheit Adipositas erfolgreich den Kampf anzusagen, verdient Respekt und Anerkennung und kann zu Recht stolz auf sich sein.

Dennoch glaube ich, dass jeder Post und jedes Vorher-Nachher-Bild auch immer nur eine Momentaufnahme darstellt und die erfolgreiche Adipositastherapie für ALLE von uns ein Leben lang eine grosse Herausforderung darstellt.

Insofern halte ich es für zwingend notwendig, auch nach einem enormen Gewichtsverlust den eigenen Körper sehr genau zu beobachten und auf negative Entwicklungen schnell und professionell zu reagieren.

Für die Nachsorge sind auch die PatientInnen verantwortlich!

Der achtsame Umgang mit sich selbst spiegelt sich sowohl in der Zuverlässigkeit und Kontinuität von medizinischen Kontrolluntersuchungen wie auch in der gewissenhaften Wahrnehmung von Therapieterminen, z.B. der Ernährungs– oder Verhaltenstherapie, wider. Eine Erkenntnis, die ich selbst durch Rückschläge und negative Erfahrungen erlangen musste. Fast immer rächt sich Unzuverlässigkeit oder Ignoranz mit einem erneuten Gewichtsanstieg und einer deutlichen Verschlechterung der gesundheitlichen Situation.

Schwere Mangelerscheinungen aufgrund fehlender lebensnotwendiger Vitamine und Mineralstoffe können lebensbedrohliche Konsequenzen für operierte AdipositaspatientInnen haben und sind dabei durch regelmässige Nachsorgeuntersuchungen und eine zuverlässige Einnahme von Supplementen und Nahrungsergänzungsmitteln zu vermeiden. Fehler in der Ernährungsweise können durch das Führen eines Ernährungstagebuches und ein Gespräch mit einem Ernährungsberater oder einer Ernährungsberaterin korrigiert werden. Und durch ein Plus an Bewegung erhalten wir den erzielten Gewichtsverlust.

Alles in allem kleine Massnahmen, die dazu führen, dass die therapeutische Unterstützung durch die Operation zu einer lebenslangen Erfolgsstory wird und nicht nur ein kurzes Intermezzo bleibt. Jeder von uns sollte dies verinnerlichen, bevor und nachdem man sich für eine Operation entschieden hat. Denn Passivität und Bequemlichkeit können den gesamten therapeutischen Effekt der Adipositaschirurgie gefährden – und die OP zum Bumerang werden lassen!

Wie denkt ihr über das Thema Nachsorge und Supplementation? Schreibt uns eure Meinung als Kommentar oder persönliche Nachricht.

Faris Abu-Naaj für Adipositas Zürich

18 Kommentare
  1. Cornelia
    Cornelia sagte:

    Meine OP liegt nun 1 1/2 Jahre zurück, habe 45 kg weniger auf der Waage und fühle mich wunderbar.
    Für mich sind die Vitamine usw. eine selbstverständlichkeit, denn ich möchte ja auch gesund bleiben.Und mit der OP ist es nicht getan, die Arbeit beginnt erst richtig danach..
    Eünsche allen ganz viel Kraft durchzuhalten um ein schöneres Leben zu geniessen.

    Antworten
  2. Dany
    Dany sagte:

    Ich bin seit September 2020 operiert und habe einen Schlauchmagen bekommen. Gewichtsverlust von 30 Kilo habe ich hinter mir und nehme auch Tabletten und versuche nicht in alte Muster zu verfallen. Leider bei der nachsorge, die nur telefonisch stattgefunden hat, wurde nur kurz über Abnahme gesprochen, keine körperlichen Untersuchungen. Beim Hausarzt blutwerte besprochen.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Liebe Dany, vielleicht wäre es sinnvoll eine Schwerpunktpraxis aufzusuchen, die auf das Thema bariatrische Nachsorge spezialisiert ist ? Gerne kannst Du uns eine Mail schreiben und wir schauen mal, wer in Deiner Region ansässig ist. Grüße Marco und Faris

      Antworten
  3. Hoschi
    Hoschi sagte:

    Ich bin jetzt 5 Jahre operiert .
    Leider hab ich es mit der Op nur geschafft 210 Kilos abzunehmen bei den Nachsorge Termine fühle ich mich deshalb als totaler versager und manchmal geht es mir schon wieder wie früher als ich nur Adipositas hatte und einfach einbisschen weniger fressen sollte

    Antworten
  4. Micha
    Micha sagte:

    Ich habe seit Nov.18 einen Schlauchmagen und hab über 60Kilo abgenommen. In meinem AZ wird die Nachsorge sehr gut gemacht und es wird auf die Supplemente geschaut.
    Das ist für mich sehr wichtig ,da schau ich auch selber sehr drauf.
    Ich bin in einer Studie ,die sich mit der Nachsorge befasst.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Lieber Micha, dann wünschen wir Dir weiterhin viel Erfolg. Vielleicht informierst Du uns per Mail über die abschließenden Ergebnisse der Studie. Viele Grüße Marco und Faris

      Antworten
  5. Roosi
    Roosi sagte:

    Ich hatte vor 5 Jahren eine Magenschlauch OP. Von 106 kg auf 82 kg abgenommen. Dann habe ich wieder allmählich zugenommen heute 98kg Schähm! Ich ging immer wieder zum Hausarzt um das Blut zu kontrollieren. Adipositas Nachsorge ist bei uns in Österreich leider sehr schlecht. Nur wenn man gesundleitlich Probleme hat darf man in die Adipositas Ambulanz. Ich habe jetzt eine Magenspiegelung verlangt. Habe sehr oft Sodbrennen. Hat dann rin Helikoptar Keim festgestellt. somit grad seit ein paar Tagen die Antibiotika Kur hinter mir. Dann habe ich mich privat an eine Ernährungsberatung gewendet. Die ich jetzt beginnen werde. Ich bin von mir sehr entäuscht. Ich esse keine großen Mengen. Aber habe immer einen blöden Geschmack im Mund, sodass ich immer das Gefühl habe was in den Mund stecken zu müssen . Zuckerfreie Bonbons keine Lösung. Zucker, Cholesterin, Eisen Werte in Ordnung. Viamine werde ich am 20. Jänner überprüfen lassen. Habe beim Internisten einen Termin. Ich hoffe dass ich es wieder in den Griff bekomme. Lg Rosi

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Liebe Roosi, das tut uns leid. Deine Erlebnisse zeugen jedoch auch davon, dass auch nach einer Operation gewisse Probleme entstehen können. Deine Entscheidung einen Internisten aufzusuchen ist sicher Richtig und auch die Ernährungsberatung ist eine sinnvolle Therapieoption. Gerne kannst Du uns eine persönliche Nachricht auf unserer Facebookseite zukommen lassen, oder eine Email senden um uns auf dem Laufenden zu halten. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass es Dir bald wieder besser geht. Viele Grüße Marco und Faris

      Antworten
  6. Sylvia
    Sylvia sagte:

    Ich bin mittlerweile 6,5 Jahre operiert (Bypass) und kann bestätigen, dass es ein lebenslanger Kampf bleibt. Die OP ist nur eine Krücke. Wenn man nicht lernt seine Ernährung umzustellen in der Zeit, wo es „von alleine läuft“, dann hat man langfristig leider verloren. DAS verstehen viele nicht. Sie nehmen dann wieder zu und behaupten, dass die OP nichts gebracht hat oder schieben es z.B. auf das Lipödem. Beim Lipödem nimmt man aber nicht gleichmäßig am gesamten Körper inkl. Gesicht zu. Wenn man sieht, was die betreffenden Personen dann in Social Media an Essensbildern posten, wundert die Zunahme wenig (Kuchen, fettiges Essen, Süßigkeiten etc.).
    Wenn ich merke, dass das Gewicht wieder leicht steigt (1-2kg), dann steuere ich gegen. Wenn ich Süßes esse, esse ich als Ausgleich dafür viel Gemüse & Obst, um die Kalorienzufuhr im Griff zu haben. Zeitweise tracke ich auch alle Kalorien, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Viele unterschätzen die Kalorienmenge. Sport gehört bei mir auch dazu. Nahrungsergänzungmittel/Vitamine nehme ich regelmäßig, dasstellt kein Problem dar und sollte zur täglichen Routine gehören.

    Ich finde den Ansatz, dass ab einem bestimmten BMI die OP automatisch bewilligt wird, ohne mehrmonatige Verhaltens- und Ernährungstherapie, nicht optimal. Gerade die schwer Übergewichtigen müssten noch stärker betreut. Um so höher das Ausgangsgewicht, um so größer die Gefahr der Wiederzunahme.

    Der Punkt regelmäßige Nachsorge ist schön und gut, aber ich habe es erlebt, dass mein Adipositiaszentrum nach 2 Jahren meinte, dass ich, sofern keine Beschwerden bestehen, nicht mehr zu kommen brauch. Ich bin der Meinung, kann man die Verantwortung nicht allein dem Patienten zuschieben. Manchen Menschen fehlt es von Haus aus an Selbstmotivation/-disziplin, diese benötigen mehr Führung und klare Vorgaben.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Liebe Sylvia, danke für Deinen Kommentar und die hier geschilderten Eindrücke. Sicher braucht es eine lebenslange Nachsorge um den Therapieerfolg nachhaltig zu sichern. Auch Dein eigene Verhaltensweise zeugt davon, dass Du wirklich alles richtig machst. Das Team von Adipositas Zürich wünscht weiterhin viel Erfolg. Gruss Marco und Faris

      Antworten
  7. Manuela
    Manuela sagte:

    Ich hatte meine Bypass Op im Okt. 2019 in NRW Deutschland.
    Ich habe mich gut vorbereitet, habe zwei mal das MMK durchlaufen, in zwei verschiedenen Kliniken. Ich habe mir diesen Schritt nicht leicht gemacht!
    Das ich eine Lebenslange Nachsorge benötige, hat man mir gesagt!
    Man hat mich in dem Glauben gelassen, das dieses auch sichergestellt ist!
    Das zu diesem Zeitpunkt, noch nicht zertifizierte Adipositas Zentrum, hat dafür eine Kooperation mit einem Diabetologen vor Ort. Jetzt nach 13 Monaten wurde ein erstes Großes Blutbild gemach, einziger Vitaminstatus war Vitamin D und B12 noch nicht mal die Eisenwerte wurden bestimmt! Ein halbes Jahr vorher, beim kleinen Blutbild, wurden es gemacht und der HB war zu niedrig. Der Arzt kontrollierte nicht mal meinen Blutdruck, der immer zu hoch war! Ich sei „pumpel“ gesund sagt Er!
    Mich mit Vitaminen zusätzlich zu versorgen und regelmäßigere kontrollieren lassen ob der Körper alles aufnimmt und kein Mangel entsteht, war mir zugesichert!
    Die Realität sieht leider anders aus, ich bin schockiert und werde das selber in die Hand nehmen müssen und Jährlich für ca.600€ ein Vitamin Status machen lassen.
    Frage nur, wie ich mir das in der Rente noch leisten kann?
    Und was tun, wenn es Probleme gibt ???
    Ernährungsberatung habe ich nach der Op nicht mehr erhalten, auch da habe ich selbstständig Seminare besucht, bei einer Therapeutin der Psychoneuroimmunologie.
    Daher weis ich auch viel über Vitamine.
    Ich glaube der Klinik kam es nur darauf an, möglichst viele OPs durchzuführen, ohne die Konsequenzen für die Patienten im Auge zu behalten, zumindest fühlt es sich für mich so an. In meiner SHG sind fast alle in dieser Klinik operiert worden und haben die gleichen Erfahrungen, sie lassen sich aber meist mit der Aussage des Arztes zufrieden stellen… sie sind „pumpel“ gesund! Einige kaufen Standard Vitamine im Reformhaus und vertrauen darauf das es reicht…. Langezeit Operierte gibt es aus dieser Klinik noch nicht 3 Jahre wird die Bypass Op erst dort durchgeführt. Übrigens ist der Chirurg spitze, er hat mein 100% vertrauen, nur der Nachsorge vertraue ich halt garnicht mehr.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Liebe Manuela, das ist keine schöne Erfahrung die Du machen musstest. Gerne würden wir sondieren, wie wir Dich unterstützen können. Faris der in Deutschland wohnt, wird Dir hierzu eine persönliche Mail am Wochenende schreiben. Gruß das Adipositas Zürich Team

      Antworten
  8. Mela
    Mela sagte:

    Hab einen Schlauchmagen seit 10/20 Finde hier on Duisburg keinen Arzt der mich normal untersucht. Geschweige mir die B12 Spritzen spritzt oder auch mein Blutwerte kontrolliert.
    Mein AZ weißt Bescheid. Kann mir auch nicht weiter helfen.
    Bin richtig enttäuscht.

    Antworten
  9. Carola
    Carola sagte:

    Ich hatte 2015 einen Schlauchmagen Op, 2018 eine revision in Bypass. Ich bin seit 2016 zwischen 50 und 60 kilo aber es ist ein harter Kampf. Mein Körper verbrennt nur wenige kalorien und gerade während diesem sch…. corona zeit, ist man zu viel zuhause und dem Essen ausgeliefert. Die Operationen helfen Gewicht zu verlieren, es zu halten ist ein täglicher Kampf. Im usz zürich, durch das team von prof. Bueter, bin ich zwar mit tests, ernährungsberatung, nachsorge usw super versorgt aber das stillt die esssucht zuhause, gerade in stressigen zeiten nicht. Manchmal denke ich, ein Gruppenchat mit anderen betroffenen wäre gut, damit man sich gegenseitig motivieren, vielleicht zusammen trainieren, essenspläne usw austauschen kann. Jeder der sich operieren lässt, sollte sich bewusst sein, dass es ohne anstrengung und disziplin irgendwann wieder richtung übergewicht geht.

    Antworten
    • Redaktion
      Redaktion sagte:

      Sicherlich werden wir hierzu mal die Leiterin unserer Adipositas Selbsthilfegruppe „Yvonne Galusser“ ansprechen. Wir werden die Adipositas ShG im Sommer ausführlich vorstellen.

      Antworten

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.