Fettleber

Die Erkrankung der Fettleber tritt genau wie die Zunahme an Übergewicht in der Bevölkerung immer häufiger auf. Warum das so ist und wie die Fettleber entsteht, möchten wir Dir im Folgenden erklären.

Entstehung einer Fettleber

Die Fettleber entsteht durch eine zunehmende Verfettung der Leber. Eine häufige Ursache der Fettleber besteht in einer positiven Energiebilanz, bei der dem Körper langfristig mehr Kalorien zugeführt als abgebaut werden. Die überschüssigen Kalorien werden in Form von Fett im Körper gespeichert, unter anderem eben auch in der Leber. Eine weitere häufige Ursache der Leberverfettung ist ein anhaltender Alkoholkonsum. Auch Alkohol ist sehr energiereich und wird in der Leber verstoffwechselt. Durch verschiedene Abbaumechanismen entstehen energiereiche Stoffe, welche ebenfalls zu Fettsäuren umgewandelt und als Fetteinlagerungen in der Leber gespeichert werden. Auch andere seltenere Ursachen können zu einer Fettleber führen, meist handelt es sich dabei um erworbene oder angeborene Stoffwechselstörungen.
Der normale Anteil an Fett in der Leber beträgt im Schnitt 5 %. Bei einer Leberverfettung kann der Anteil an Fett in der Leber auf 50 % oder mehr ansteigen. Ein hoher Anteil an Fett in der Leber kann zu chronischen Entzündungsreaktionen führen. Eine Verfettung der Leber macht in den Anfangsstadien keine Beschwerden. Erst bei einer starken Verfettung können teilweise schwerwiegende Probleme entstehen. Typischerweise wird die Diagnose der Fettleber durch eine Ultraschalluntersuchung gestellt, da die Symptome der Fettleber eher selten sind und erst bei stark fortgeschrittener Leberverfettung auftreten.

Lebererkrankungen durch die Leberverfettung

Die Leberverfettung durch eine zu positive Energiebilanz wird nicht-alkoholische Fettleber genannt, entsprechend wird die Fettleber durch Alkoholkonsum alkoholische Fettleber genannt. Beide Typen sind Vorstufen von Fettlebererkrankungen. Durch die zunehmende Verfettung der Leber kommt es zu chronischen Entzündungszuständen und damit zu einer Leberentzündung, welche medizinisch Hepatitis genannt wird. Diese Fettleberentzündung kann über Jahre unbemerkt bestehen, da Leberschmerzen eher selten sind und erst spät im Krankheitsverlauf entstehen.
Die Lebererkrankung bereitet erst Symptome, wenn sie schon weit fortgeschritten ist. So führt die Fettleber über die Entzündungsreaktion zur Narbenbildung im Lebergewebe, die einmal entstanden eine nicht mehr reversible Schädigung der Leber darstellen. Durch anhaltende Entzündungsprozesse, insbesondere durch zusätzlichen Alkoholkonsum, kann so die Leberzirrhose entstehen. Diese schwere Leberentzündung kann unterschiedliche Symptome haben, wie zum Beispiel eine vermehrte Blutungsneigung im Magen-Darm-Trakt, die Bildung von Bauchwasser, aber auch Komazustände. Die Lebererkrankung kann letztlich zum Leberversagen führen.

Leber-Check-up

Da eine Fettleber häufig unbemerkt entsteht und schon lange vorhanden ist, bis erste Symptome auftreten, ist ein Leber-Check-up natürlich sinnvoll. Insbesondere wenn entsprechende Risikofaktoren vorliegen, wie ein übermässiger Alkoholkonsum oder Übergewicht, sollten die Leberwerte im Blut bezüglich einer Fettleber kontrolliert werden. Liegt eine Fettleber vor, so können im Blut erhöhte Leberwerte nachgewiesen werden. Weiter können im Blut Stoffe kontrolliert werden, welche in der Leber produziert werden. Sind diese reduziert, kann dies ein Hinweis auf eine gestörte Leberfunktion sein. Zeigt sich im Ultraschall der Leber ein hoher Verfettungsgrad, so kann auch die Diagnose einer Fettleber gestellt werden.

Auch andere Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie oder Elastographie können eine Fettleber darstellen. Die einzelne Leberzelle kann letztlich nur durch eine Biopsie mit Gewebeentnahme der Leber begutachtet werden. Anhand einer solchen Biopsie kann der Schweregrad einer Fettleber oder Fettleberentzündung gut bestimmt werden. Zudem kann mit der Untersuchung des Lebergewebes eine Unterscheidung in der Ursache der Leberverfettung getroffen werden. Ein grosstropfige Leberzellverfettung kommt bei der alkoholischen Fettleber, die kleintropfige Form zum Beispiel bei einer Schwangerschaftsfettleber vor.

Ist eine Fettleber heilbar?

Grundsätzlich ist es möglich, dass die Fettleber sich vollständig regenerieren kann. Dies ist jedoch abhängig von der Schwere der Leberverfettung. Durch Verzicht auf Alkohol oder eine Ernährungsumstellung und entsprechende Gewichtsreduktion kann eine Fettleber vollständig heilen. Ist die Leberverfettung jedoch stark fortgeschritten und haben sich Narben im Lebergewebe gebildet, so kann sich die Fettleber nicht mehr vollständig regenerieren. Wenn die Ursachen der Fettleber therapiert werden, können sich die Leberwerte auch rasch verbessern und bis zu Normalwerten gesenkt werden. Eine medikamentöse Therapie der Fettleber gibt es zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht.

Ernährungsumstellung bei Fettleber

Ist die Fettleber durch eine übermässige Kalorienzufuhr bedingt, so kann durch eine Umstellung der Ernährung die Fettleber ausgeheilt werden. Oftmals genügt ein ausgewogener und fettreduzierter Ernährungsplan, um die Fettleber vollständig rückzubilden. Eine Fettleber bei Adipositas bedarf eines strengeren Ernährungsplans mit einer kalorienreduzierten Diät. Hierbei sollte neben einem erniedrigten Fettanteil auch auf eine Reduktion von Kohlenhydraten geachtet werden. Neben diesen Massnahmen sollte auf hochkalorische Nahrungsmittel wie Süssigkeiten, aber auch Alkohol, verzichtet werden. Insbesondere wenn die Fettleber aufgrund von erhöhtem Alkoholkonsum entstanden ist, ist dies der Fall.

Basis einer solchen Ernährung ist der Verzicht auf einfache Kohlenhydrate wie Glucose, Fructose oder Lactose wichtig. Diese sollten durch komplexe Kohlenhydrate, wie sie in Vollkorngetreideprodukten oder Hülsenfrüchten vorkommen, ersetzt werden. Daneben sollten die gesättigten Fettsäuren durch ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden, da diese besser verstoffwechselt und somit nicht in der Leber gelagert werden. Der Fettanteil sollte auch nicht weniger als 30 % der Kalorienzufuhr ausmachen. Da mit einem niedrigen Fettanteil der Geschmacksträger für das Essen reduziert ist, besteht die Gefahr, dies durch vermehrten Kohlenhydratkonsum auszugleichen. Es sollte also ein Fettanteil von ca. 40 % erreicht werden, natürlich von ungesättigten Fettsäuren.

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